Lauter gute Gründe für Paris im Winter
Wer im Sommer auf den Eiffelturm wollte, hat sich kurzfristig womöglich eines Besseren besonnen. Zu lange sind die Warteschlangen, zu groß der Andrang. Da lohnt es sich, das Pariser Wahrzeichen für ein Wochenende im Winter aufzuheben, wenn auch in der französischen Hauptstadt weniger Hektik herrscht. Das gilt übrigens nicht nur für den Eiffelturm, sondern auch für die Mona Lisa im Louvre oder die malerischen Gassen hinauf nach Montmartre.
Dass die Tage kürzer und dunkler werden, dürfte der Reisefreude keinen Abbruch tun. Im Gegenteil, denn Paris knipst in der Adventszeit die Weihnachtsbeleuchtung an: nicht nur auf den Champs-Élysées und am Eiffelturm, sondern auch in den Schaufenstern der großen Kaufhäuser, auf den Weihnachtsmärkten und an den Eislaufbahnen.
Was ein Winterurlaub in Paris alles zu bieten hat
Auch in der kalten Jahreszeit brilliert Paris mit seinen vielen Facetten:

Weihnachtsmärkte: Wir empfehlen drei bewährte Adressen, an denen alle Erwartungen an einen traditionellen Weihnachtsmarkt erfüllt werden. Dazu gehören der Weihnachtsmarkt im Jardin des Tuileries, der Weihnachtsmarkt auf dem Vorplatz von Notre-Dame und jener in der Nähe des Eiffelturms.
Schlittschuhlaufen: Wenn schon, denn schon! Wer in Paris die Schlittschuhe schnürt, sollte gleich die schönste und größte Eisbahn der Welt im Grand Palais anvisieren. Karl Lagerfeld hat das einzigartige Gebäude immer wieder als spektakuläre Showkulisse genutzt. In der Vorweihnachtszeit aber dürfen auch Normalsterbliche ihre Pirouetten unter dem monumentalen Dach aus Stahl und Glas drehen.

Französische Delikatessen: Fragen Sie in den Feinbäckereien nach einer bûche de Noël und erwärmen Sie sich für eine dampfende Zwiebelsuppe … mit extra viel Käse!
Weihnachtsbeleuchtung: Wer hat die schönsten Lichter? Wer hat die größte Show? Machen Sie sich selbst ein Bild auf den Champs-Élysées und vor den Vitrinen der großen Kaufhäuser. Der riesige Weihnachtsbaum in den Galeries Lafayette Haussmann ist tatsächlich legendär!
Paris im Winter

Die wichtigsten Pariser Sehenswürdigkeiten im Winter
Der Eiffelturm hat keine Jahreszeit. Ebenso wenig Montmartre, Notre-Dame oder Saint-Germain-des-Prés. Ergo lohnt sich ein Besuch der Pariser Sehenswürdigkeiten gerade im Winter, wenn alle anderen lieber zu Hause bleiben. In den beliebten Cafés und Bistros sind noch Tische frei. Und der Garçon kann sich in der Nebensaison sogar ein Lächeln abringen.

Museen und Kultur entdecken
Paris zählt weit über 100 Museen. Vielleicht ist gerade der Winter mit seinen Schlechtwettertagen die beste Zeit des Jahres, um den Louvre zu erkunden, das größte Museum der Welt. Wetten, dass selbst alle Herbst- und Wintertage für ein solches Unternehmen nicht reichen würden?
Ein anderer Lichtpunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – ist das Musée d’Orsay: Weil es den Impressionisten und ihrer farbenfrohen Kunst gewidmet ist, muntert ein Besuch das Gemüt geradezu auf.
Außerdem ist das Kulturprogramm mit Konzerten, Kino, Cabaret und anderen Theater- und Tanzveranstaltungen im Winter so groß wie in keiner anderen Jahreszeit. Übrigens: Waren Sie schon mal im Crazy Horse, im Moulin Rouge oder im Paradis Latin? Dann wird es jetzt höchste Eisenbahn für Pailletten, Pomp und Bohème.

Weihnachtsmärkte und andere Winterevents
Mit der Adventszeit verwandelt sich Paris in eine Weihnachtshochburg. Die großen Boulevards leuchten hell und festlich, Lichterketten säumen die vielen Plätze und auf den ersten Weihnachtsmärkten beginnt die Suche nach originellen Geschenken: Kunsthandwerk aus allen Regionen Frankreichs, Weihnachtsschmuck von Pariser Künstlern oder Spezialitäten aus der Provence für den Plätzchenteller zu Hause.
Vielleicht wird der größte Weihnachtsmarkt von Paris sogar zur Nebensache, wenn Sie die Veranstaltung an La Défense besuchen. Der wuchtige Triumphbogen als Wahrzeichen von Europas größtem Geschäfts- und Verwaltungsviertel lohnt definitiv den Abstecher nach Hauts-de-Seine im Westen von Paris.
Wenn Paris Weihnachten feiert und Sie weitere Anregungen suchen, sollten Sie unbedingt unseren Guide zu den Pariser Weihnachtsmärkten lesen.

Spaziergänge und Stadtviertel entdecken
Ohne die endlosen Touristenströme, die Frankreichs Hauptstadt im Sommer in Beschlag nehmen, scheint Paris im Winter wieder den Pariserinnen und Parisern zu gehören. Jetzt ist die Zeit, um ans rechte Seine-Ufer zu wechseln und das historische Viertel Le Marais mit dem ursprünglich „königlichen“ Place des Vosges zu erkunden.
Auch Saint-Germain-des-Prés, das elegante Intellektuellenviertel mit seinen Universitäten und berühmten Cafés, in denen Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Juliette Gréco oder auch Pablo Picasso zu den Stammgästen gehörten, lädt gerade in den ruhigeren Wintermonaten zu ausgedehnten Erkundungstouren ein.
Paris im Dezember
Seit einigen Jahren gehört das Lichterfestival im Jardin d’Acclimatation genauso zu den erlebniswerten Winteraktivitäten in Paris wie die festlich leuchtenden Champs-Élysées. In diesem erst vor Kurzem komplett renovierten Freizeitpark lautet das Thema für den Winter 2026/2027 Indian Nights. Wer Indiens farbenprächtige Folkloretänze, Bollywood-Filme und religiöse Feste kennt, darf sich auf ein Lichterspektakel mit über 2.000 Laternen und Installationen freuen.

Soll Ihr Winterurlaub in Paris Sie auch gleich auf Weihnachten einstimmen? Bleiben Sie in der Nähe von Notre-Dame im Stadtzentrum. Im Schatten der Kathedrale wird ein traditioneller Weihnachtsmarkt abgehalten. Vielleicht haben Sie das Glück, einen Chor zu hören, der französische Weihnachtslieder singt. Und dann steigt Ihnen der Duft von würzigem Glühwein (un vin chaud, s’il vous plaît) und heißer tartiflette (ein Kartoffel-, Speck- und Käsegericht aus dem Ofen) in die Nase.
Ein Weihnachtsessen auf einem Pariser bateau-mouche gefällig? Auch das ist in der Vorweihnachtszeit möglich. Bei einem Essen fahren Sie unter den feierlich beleuchteten Brücken hindurch und stoßen mal auf Notre-Dame, mal auf den Eiffelturm an.
Die schönsten Orte in Paris im Winter
Jeder hat wohl seine persönliche Liste mit den Lieblingsorten einer Stadt. Keine Frage, dass Eiffelturm, Seine, Place des Vosges und der Ausblick vom Montmartre darauf gehören. Wir stellen Ihnen hier ein paar Orte vor, die Ihre Liste beim nächsten Besuch bereichern könnten:
- die Bibliothèque nationale François-Mitterrand mit ihren 15 Millionen Büchern und anderen Dokumenten. In den 1990er-Jahren erbaut, erinnern ihre vier Türme an vier aufgeschlagene Bücher.
- die Fontaine Médicis im Jardin du Luxembourg geht auf Marie de Médicis zurück, Ehefrau von Heinrich IV, die den Palais und die Gartenanlage Anfang des 17. Jahrhunderts bauen ließ.
- die Pont Alexandre III zwischen dem 7. und 8. Arrondissement. Einst für die Weltausstellung von 1900 errichtet, wachen ihre vergoldeten Skulpturen heute über alle, die von einem Seine-Ufer zum anderen spazieren.
- der Père-Lachaise im 20. Arrondissement. Hier ruhen Berühmtheiten und Unbekannte Seite an Seite. Der Friedhof zählt zu jeder Jahreszeit zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und lohnt immer einen Abstecher.
- die Brunnen auf der Place de la Concorde, spätestens seit dem Film Der Teufel trägt Prada weltberühmt. Touristinnen posieren hier vor einer der schönsten Kulissen der Stadt – und lassen sich dabei selbst vom regen Verkehr kaum stören.
Typische Wintergerichte in Paris

Zwiebelsuppe, deftige Gerichte aus dem Ofen, herzhafte Gratins … Im Winter kommt alles auf den Tisch, was in Frankreichs Gärten, auf den Äckern und in den Ställen gedeiht. Bauernküche, mit einem Wort. Geschmort wird mit französischem Rotwein (bœuf bourguignon) oder auch mit Weißwein (coq au Riesling), wenn man aus dem Osten Frankreichs kommt.

Ebenso verlockend ist das Angebot in den Bäckereien, Konditoreien und Cafés: Fluffige Croissants, ofenfrische pains au chocolat oder pains aux raisins sind eine Selbstverständlichkeit. Für feine Pâtisserie werden jede Menge Butter und frische Sahne (crème fraîche) zu Blätterteiggebäck (mille-feuille) oder Windbeuteln (choux) mit raffinierten Füllungen verarbeitet. Weil bald Weihnachten ist, kommt aber nur eine bûche in die Tüte: Auf Deutsch würde man ganz sachlich von einer mit Creme gefüllten Biskuitrolle sprechen, die anschließend wie ein schneebedeckter Holzscheit verziert wird.
Paris im Winter: Reiseroute für 2 Tage

Tag 1
Beginnen Sie mitten im Herzen von Paris: Besuchen Sie den Louvre und spazieren Sie anschließend durch die Tuilerien in Richtung Seine. Von hier aus geht es weiter zum Eiffelturm, der sich bei Sonnenuntergang von seiner schönsten Seite zeigt. Den Abend lassen Sie in einem Bistro bei Zwiebelsuppe, bœuf bourguignon oder einem anderen französischen Winterklassiker ausklingen.

Tag 2
Am zweiten Morgen geht es hinauf nach Montmartre. Genießen Sie den Blick über Paris, bevor Sie anschließend das Seine-Ufer wechseln und Le Marais mit seinen Boutiquen und Cafés erkunden. Bleibt am Nachmittag noch Zeit, bietet sich ein Spaziergang an der Seine oder ein Abstecher in eines der vielen Pariser Museen an.
So passen Kultur, Stadtviertel, ein bisschen Winterromantik und jede Menge Paris in ein Wochenende.
Wetter in Paris im Winter

Das Winterwetter in Paris ist meist kühl, aber oft angenehmer, als viele Besucher erwarten. Die Temperaturen liegen häufig zwischen 3 und 8 Grad. Frost und Schnee sind eher selten. Regen dagegen gehört durchaus dazu. Ins Gepäck gehören also warme Kleidung, eine regenfeste Jacke, feste Schuhe und ein Schal. Dann steht auch längeren Spaziergängen durch Paris nichts im Weg.
Die Reise nach Paris im Winter planen
Für eine Winterreise lohnt es sich, Unterkunft und Anreise frühzeitig zu planen. Besonders beliebt sind Viertel wie Montmartre, Le Marais und Saint-Germain-des-Prés. Wer weniger ausgeben möchte, findet günstigere Unterkünfte rund um Belleville oder den Gare du Nord. Wer früh bucht, hat in der Regel eine größere Auswahl an Hotels und Zimmern. Weitere Tipps finden Sie in unserem Guide zum Übernachten in Paris.
FAQ
Ja. Im Winter ist Paris weniger voll und die Atmosphäre ist entspannter. Sie werden kulturelle Highlights und saisonale Erlebnisse in aller Ruhe entdecken können.
Besuchen Sie Weihnachtsmärkte, Museen, gemütliche Cafés und bekannte Sehenswürdigkeiten. Auch Spaziergänge entlang der Seine oder durch Montmartre sind im Winter sehr beliebt.
Die Temperaturen liegen meist zwischen 3 °C und 8 °C. Mit warmer Kleidung lässt sich die Stadt auch an kühleren Tagen angenehm erkunden.
Ja. Dank kurzer Reisezeiten und vieler Attraktionen eignet sich Paris hervorragend für einen winterlichen Wochenendtrip mit Kultur, Kulinarik und Stadtleben.
Ja. Der Dezember gilt als besonders festliche Zeit mit winterlicher Beleuchtung, Veranstaltungen und einer einzigartigen Atmosphäre in der ganzen Stadt.
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